Kunstprojekt zu der Künstlerin Niki de Saint Phalle

Eine erlebnisreiche Woche ist nun für die Kinder der Klassen 4a und 4b vorbei. Eine Woche in der sie eine Künstlerin kennen gelernt haben,
ihr Lebenswerk, ihre Ideen und Vorstellungen und vor allem selbst zu kleinen Künstlern geworden sind.

   

Wer ist Niki de Saint Phalle?
Die farbenfrohen Skulpturen von Niki de Saint Phalle sind fast allen Kindern bekannt. Zumindest allen, die schon einmal in der Landeshauptstadt Hannover waren und die Herrenhäuser Gärten besucht haben. In diesem wunderschönen Garten hat die Künstlerin 1998 eine baufällige Grotte mit ihren Kunstwerken gestaltet. Aber auch am Leineufer stehen drei ihrer berühmten Nanas, die 1974 von der Stadt Hannover gekauft und dort aufgestellt wurden. Sie sind mittlerweile zu einem Wahrzeichen Hannovers geworden.
Die Kinder konnten in einem Bericht von Frau Moersener, der mit einer Bildpräsentation einiger ihrer Werke unterstützt wurde, die Künstlerin Niki de Saint Phalle kennen lernen und erfahren, wie sie zu ihrer Kunst gekommen ist.

Die Wirkung von Farben
Um den Kindern ein Gefühl für die Wirkung von Farben und der richtigen Farbwahl zu vermitteln, sollten sie  bei ihrer ersten Aufgabe Schlangen entwerfen und mit bunten Farben ausgestalten.
Das Erstaunen der Kinder war groß, wie deutlich die Farben zum Leuchten kamen, als die Konturen der Schlange mit schwarzer Farbe nachgezogen wurden.
 

 

Entwürfe zeichnen
Als Vorbereitung auf den 2. Projekttag sollten die Kinder eine eigene Figur auf dem Papier entwerfen. Es wurden zahlreiche Vorschläge gemacht und es zeigte sich, dass fast jeder schon eine genaue Vorstellung zu einer eigenen Wunschskulptur hatte. Dabei wurden Schlangen, Katzen, Herzen, Spinnen, Weltkugeln, Würfel, und eine Rakete als Wunschobjekte genannt.
Manchmal müssen Ideen auch reifen und so nutzten einige Kinder die Gelegenheit sich noch Anregungen aus dem Internet zu holen und legten erst am nächsten Tag ihren Entwurf vor.
 
 

Die Skulpturen entstehen
Nach einer kurzen Phase, in der die bereitgestellten Materialien gesichtet und noch einige Tipps zur Verarbeitung gegeben wurden, konnte die Arbeit beginnen. Dazu wurden verschiedene Materialien benutzt, wie Zeitungspapier, Pappkartons, Plastikbecher und Plastikflaschen, Tapetenreste und Styroporreste. Ein Hauptbestandteil war der Kaninchendraht, den auch Niki de Saint Phalle bei ihren ersten Figuren zur Formgebung benutzt hat. Später hat sie dann andere Materialien verwendet, wie Polyester, der ihrer Gesundheit sehr geschadet hat.

Ein Kraftakt stellte das Biegen des Kaninchendrahtes dar, der den Körper der Skulptur grob formen und ihr Stabilität geben sollte. Alle Kinder meisterten diese schwierige Aufgabe mit gegenseitiger Unterstützung, schließlich musste die Form ja nicht perfekt sein. So wurde diese Aufgabe der Künstlerin gerecht, die sich selbst ausdrückte mit den Worten:
 „Ich liebe das Unvollkommene“  „Perfektion ist kalt“.

Mit einer Schicht Malerkreppband wurde der Kaninchendraht überklebt und so die Form noch mal stabilisiert. Mit Kleister und Zeitungspapierstreifen ging es dann weiter. Dadurch konnte die Oberfläche der Skulptur geglättet und in Form gebracht werden. Kleine Details konnten so herausgearbeitet werden, wie Länder auf der Weltkugel, Ohren und Schanz einer Katze, die Beine einer Spinne oder die Zunge einer Schlange.
Bevor die Skulpturen bemalt werden können müssen sie 1 - 2 Tage trocknen.

„Ich liebe das Runde“ Ein Gedicht von Niki de Saint Phalle
Ein Gedicht von Niki de Saint Phalle stand im Mittelpunkt des dritten Projekttages.  

In kleinen Gruppen wurde das Gedicht interpretiert. Was meint Niki de Saint Phalle, wenn sie sagt: „Ich mag das Unvollkommene“ ?

Bei den Äußerungen der Kinder zu diesem Gedicht, wurde sehr schnell deutlich, dass sie sich viel von dem Lebenslauf und den Werken der Künstlerin gemerkt haben:

Es muss nicht immer alles perfekt sein.
Man darf Phantasie haben.
Sie mag das Leben, wie ein Baum, der sich immer verändert.
Sie mag keine Ecken, weil ihre Kindheit voller Ecken und Kanten war.

Besonders interessiert waren die Kinder an der Tatsache, dass Niki keine rechten Winkel mag. Daraufhin wurden die Bilder von Niki untersucht, ob nicht doch irgendwo ein rechter Winkel versteckt ist. Aber die Suche blieb erfolglos – kein Wunder!

 

 

Nun durfte jeder das Gedicht in Bilder umsetzen und mit ausgedachten Formen und Mustern nach Niki de Saint Phalle verzieren.
Die Ergebnisse sind beeindruckend und sprechen für sich:

Anmalen der Skulpturen
Zunächst wurden die Skulpturen mit weißer Acrylfarbe grundiert.  Nach einer kurzen Trocknungsphase wurden dann bunte Muster aufgetragen.

Die Photogalerie
Nach der Fertigstellung musste nach einem geeigneten Ort gefunden werden, um die Skulpturen zu präsentieren. Auf dem Schulhof fanden wir schnell den geeigneten Platz: 

   

 

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